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Ein Abschied
Ein Schifflein stößt vom Lande
Weit in die blaue See;
Du armes Herz am Strande,
Das Scheiden tut so weh.
Es grüßt, es winkt von Ferne
ein Tüchlein weiß und fein;
Vier treue Liebessterne,
Verlieren ihren Schein.
Du an der Uferstelle,
Du auf dem Schifflein dort;
Die Träne trinkt die Welle,
Im Wind verweht das Wort.
Verschwunden und verflogen,
Was auf den Wellen trieb;
Einsam zurückgezogen,
Wer lang am Ufer blieb.
Die Wellen gehn und schwellen
Gleichgültig ihre Bahn;
Was geht denn auch die Wellen
Ein Menschenabschied an?
Feodor Löwe 1816-1890
Scheiden und
Meiden
So soll ich nun dich meiden,
Du meines Lebens Lust!
Du küssest mich zum Scheiden,
Ich drück dich an die Brust.
Ach, Liebchen, heißt das Meiden,
Wenn man sich herzt und küsst?
Ach, Liebchen, hießt das Scheiden,
Wenn man sich fest umschließt?
Ludwig
Uhland 1787-1862
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