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Veilchen
Die ersten Veilchen, die entsprossen,
Du nahmst sie an und danktest still;
Doch heut ist deine Tür verschlossen,
Da ich die letzten bringen will.
Die ersten wollten kaum entkeimen,
Die letzten wollen schon vergehn;
So hab' ich auch von meinen Träumen
Die volle Blüte nicht gesehn.
Doch meine Träume blühn und leben
In leisen Liedern noch für dich;
Die Veilchen können nichts mehr geben,
Wenn matt ihr zartes Haupt verblich.
Jetzt welken sie in kaltem Regen,
Weil ich sie fort ins Dunkel warf;
Nicht mag ich Schönes sehn und pflegen,
Wenn ich es dir nicht bieten darf.
Ernst Schulze 1789-1817
Nicht im Leben
Nicht im Leben, nicht im Lieben
Hoff' ich Ruhe mehr und Glück,
Nur zwei stille Wünsche blieben
Noch im Herzen mir zurück.
Doch weil man bei zarten Frauen
Lieber Blick als Stimme fragt,
Will ich leisem Klang vertrauen,
Was mein Mund zu nennen zagt.
Möchtest du aus bunten Blüten
Gleich den Liedern, die ich sang,
Freundlich einen Kranz mir bieten,
Süßen Duft für süßen
Klang;
Und wenn dann in guter Stunde
Mir die Götter Mut verleihn,
Mög' ein Kuss von deinem Munde
In dem Kranz die Rose sein.
Ernst Schulze 1789-1817
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