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Nachtlied
Nun ist sie mild und lau, die Nacht;
Ich wandle mit seligen Sinnen:
Dort oben hält noch einer Wacht,
Hoch auf des Turmes Zinnen.
Ich schau mit ihm die Sterne hinein,
An Liebchens Augen zu denken.
Warum mag der in den goldenen Schein
Die forschenden Blicke lenken?
Er suchet einen Stern und findet ihn nicht,
Ich hab meinen Stern gefunden!
Er erforscht sein Glück und erspäht es nicht,
Ich habe mein Glück empfunden!
Mir lachen die Sterne wohl heller zu,
Als ihm von der Himmelskarte:
Ich bin dem Himmel näher als du,
Du Mann auf der hohen Warte!
August Becker 1828 - 1891
Dein Haupt an
meine Brust gelegt
Dein Haupt an meine Brust gelegt,
Schließe die Augen zum Schlummer!
Die Wonne, damit das Herz sie erträgt,
Muß ruhen, gleich dem Kummer!
Nur matt, wie über Wellen das Bild
Von zitterndem Laub und Gestäude,
Gleite durch deinen Traum und mild
Die Erinnrung vergangner Freude!
Wenn du Erquickung geschlürft hast still
Aus des Schlafs sanft quellenden Bronnen,
Mit meinen Küssen dann, Mädchen, will
Ich dich wecken zu neuen Wonnen.
Adolf Friedrich Graf von Schack 1815 -.1894
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