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Die
schönste Blüte
Und hab ich dich auch spät gefunden,
Nicht schelt ich meines Lebens Fahrt,
Dass ich das Höchste ganz erkenne,
Blieb bis zuletzt es aufgespart.
Des Juli Sonne senkt die Blüten,
Das welke Gras bedeckt den Staub.
Oft grüßt im Herbst die schönste Blume
Bescheiden dich aus grünem Laub.
Adolf Pichler 1819-1900
Zu deinen
Füßen will ich ruhn
Zu deinen Füßen will ich ruhn
Und dir ins Auge schauen,
Die blaue Nacht mag leise nun
Auf uns hernieder taun.
Schon tauchet aus dem stillen See
Des Mondes Bild empor,
Und kühner schweift das scheue Reh
Durch Wald und Wiesenmoor.
Mein Haupt laß ruhn auf deinem Schoß,
Da ruht es sanft und weich.
Wie ist der Himmel weit und groß,
Wie ist die Erde reich!
Der schönste Stern in blauer Nacht,
Der schönste Stern bist du,
In deines Lichtes sanfter Pracht
O gönne mir die Ruh!
An deinem Herzen laß mich ruhn
Nur kurze sel'ge Zeit!
Kein Lauscher kündet unser Tun,
Die Welt ist traumgefeit.
An deinen Lippen laß mich ruhn,
Eh' noch die Nacht verglimmt,
Bis unsre Seele träumend nun
In Seligkeit verschwimmt!
Otto Roquette 1824-1896
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