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An die Holdselige
Das
schöne Buch, von dir ersehn,
Ich halts und hänge drüber;
Ach säßest du nur nicht so schön,
So hold mir gegenüber.
Ich seh dich an und wieder an,
Mein Lesen will nicht glücken;
Das Schönste, was man lesen kann,
Les ich in deinen Blicken.
Und, still versenkt, entziffre ich
Die lichten Hieroglyphen:
Hell glänzt das Wort: "Ich liebe dich!"
Aus meiner Seele Tiefen.
Adolf Peters 1803-1876
Das war ich!
Jüngst träumte mir, ich sah auf lichten Höhen
Ein Mädchen sich im jungen Tag ergehen,
So hold, so süß, daß es dir
völlig glich.
Und vor ihr lag ein Jüngling auf den Knien,
Er schien sie sanft an seine Brust zu ziehen,
Und das war ich.
Doch bald verändert hatte sich die Szene,
In tiefen Fluten sah ich jetzt die Schöne,
Wie ihr die letzte, schwache Kraft entwich.
Da kam ein Jüngling hülfreich ihr geflogen,
Er sprange ihr nach und trug sie aus den Wogen,
Und das war ich!
So malte sich der Traum in bunten Zügen,
Und überall sah ich die Liebe siegen,
Und alles, alles drehte sich um dich!
Du flogst voran in ungebund'ner Freie,
Der Jüngling zog dir nach mit stiller Treue,
Und das war ich!
Und als ich endlich aus dem Traum erwachte,
Der neue Tag die neue Sehnsucht brachte,
Da blieb dein liebes, süßes Bild um mich.
Ich sah dich von der Küsse Glut erwarmen,
Ich sah dich selig in des Jünglings Armen,
Und das war ich!
Theodor Körner 1791-1830
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