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Die Liebe
Lieb', du bist die höchste Wonne
auf der dunklen Erde hier!
Lieb', du bist des Lebens Sonne,
Und die Sterne
Nah und Ferne,
Sie versinken glanzlos neben dir.
Lieb', du bist die ärgste Wunde,
Die auf Erden brennen mag.
Heilst nur in der Todesstunde,
Wenn das matte,
Leidenssatte
Herz aushebt zu seinem letzten Schlag.
Lieb', du bist ein Himmelsahnen,
Bist ein Träumen, licht und hehr:
Wer dir folgt auf deinen Bahnen,
Ob in Freuden,
Ob in Leiden,
Ist kein Pilger dieser Erde mehr.
Ludwig Bowitsch 1818-1889
Mein Herz,
ich will dich fragen
Mein Herz, ich will dich fragen,
Was ist denn Liebe, sag'? -
"Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!"
Und sprich, woher, woher kommt Liebe? -
"Sie kömmt und sie ist da!"
Und sprich, wie schwindet Liebe? -
"Die war's nicht, der's geschah!"
Und was ist reine Liebe? -
"Die ihrer selbst vergißt!"
Und wann ist Lieb' am tiefsten? -
"Wenn sie am stillsten ist!"
Und wann ist Lieb' am reichsten? -
"Das ist sie, wenn sie gibt!"
Und sprich, wie redet Liebe? -
"Sie redet nicht, sie liebt!"
Friedrich Halm 1806-1871
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