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Die Liebe
Frühlingspracht, sie sank hernieder
Mit des Maien schönstem Strahl;
Bursch und Mädchen hin und wieder
Streifen durch das bunte Tal.
Kähne schaukeln auf den Wellen
Manche liebliche Gestalt,
Lieder fröhlicher Gesellen
Schallen durch den Grünen Wald.
Aus der Lauben duft'gen Räumen
Klingt der Gläser voller Gruß;
Unter blütenweißen Bäumen,
Lockt der Tanz den leichten Fuß.
Ach, und dort auf Rasen sitzen
Frische Mägdlein unterm Kranz!
Locken wehn und Augen blitzen,
Wangen glühn im Rosenglanz.
Und wie Ketten von den Gliedern
Sinkt mir's nieder, Stück vor Stück,
Und von meinen Augenlidern
Wie ein Schleier schwebt`s zurück.
Und der Fuß mit Flügeleile
Möcht hinüber, möcht' hinan:
Doch ich zaudre noch und weile:
Hat's der Kranz mir angetan?
Auf, wer will die Sitze wählen,
Wo sich's heiter rasten läßt?
Auf, wer will die Becher zählen
An des Lebens großem Fest?
Saiten klingen, Lieder tönen,
Lust und Jubel brausen drein;
Und von all den Holden Schönen --
Eine wird doch endlich dein.
Victor von Strauß und Torney 1809-1899
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