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Lied
Wenn ich dir in die Augen sehe,
Die Augen seltsam scheu und wild,
Ist mir's wie in des Sees Nähe,
Der leis im Mondlicht schwillt.
Ich weiß nicht, flüstern mir die Wellen:
"O komm, o komm zu uns herab!"
Ich weiß nicht, ob sie warnend schwellen:
" O, bleibe fern, wir sind dein Grab!"
Seh ich zu mir dich lächelnd neigen,
Preis ich in Demut mein Geschick.
Was meiner Seele eigenst eigen,
Du nimmst es hin mit einem Blick!
Was ich in Glück und Leid besessen,
Zieht wie ein Traumgebild von mir.
Was Leben war, hab ich vergessen,
Seit ich lebendig bin in dir!
Und ist durch dich mir Tod gesendet,
Solch Sterben ist ein süßes Heil!
Der Schmerz, durch den mein Leben endet,
Ist meines Lebens bester Teil.
Julius Hammer 1810-1862
Wenn ich auf
dem Lager liege,
Wenn ich auf dem Lager liege,
In Nacht und Kissen gehüllt,
So schwebt mir vor ein süßes,
Anmutig liebes Bild.
Wenn mir der stille Schlummer
Geschlossen die Augen kaum,
So schleicht das Bild sich leise
Hinein in meinen Traum.
Doch mit dem Traum des Morgens
Zerinnt es nimmermehr;
Dann trag ich es im Herzen
Den ganzen Tag umher.
Heinrich Heine 1800-1856
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