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Sonnenschein
Mühlen still die Flügel drehn,
Über Stoppeln pfeift der Wind.
Arme Hütten im Grunde stehn,
Fensterlein sind schmal und blind.
Bald da kommt ein Sonnenschein,
Blickt so lustig wie er kann.
Mühlen, Feld und Fensterlein
Fangen flugs zu lachen an.
Dürftig Herz, so bist du ganz,
Blöd und blind bei Tag und Nacht.
Bis ein holder Liebesglanz
Dich unsäglich fröhlich macht.
Paul Heyse 1830-1914
Siehst du am
Weg ein Blümlein blühn
Vieltausend Blümlein auf der Au
Verwelken und verschmachten.
Es labet sie kein Tröpflein Tau,
Will niemand ihrer achten.
Viel Herzen auf der Welt vergehn
In heißem Sehnsuchtstriebe.
Weil einsam sie veralssen stehn
Und finden keine Liebe.
Siehst du am Weg ein Blümlein blühn,
Beug dich zu ihm hernieder.
Siehst du ein Herz in Liebe glühn,
O lieb es treulich wieder!
Albert Träger 1830-1912
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