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Es zieht ein
stiller Engel
Es zieht ein stiller Engel
durch dieses Erdenland,
zum Trost für Erdenmängel
hat ihn der Herr gesandt.
In seinem Blick ist Frieden
und milde,safte Huld;
o folg ihm stets hienieden
dem Engel der Geduld!
Er zürnst nicht deinen Tränen,
Wemnn er dich trösten will:
Er tadelt nicht dein Sehnen,
Nur ma<cht er's fromm und still.
Und wenn in Sturmes Toben
Du murrend fragst: Warum?
So deutes er nach oben,
Mild lächelnd, aber stumm.
Carl Johann Philipp Spitta 1801-1859
Jägers
Abendlied
Im Felde schleich ich, still und wild,
Gespannt mein Feuerrohr.
Da schwebt so licht dein liebes Bild,
Dein süßes Bild mir vor.
Du wandelst jetzt wohl still und mild
Durch Feld und liebes Tal,
Und ach, mein schnell verrauschend Bild,
Stellt sich dir's nicht einmal?
Des Menschen, der die Welt durchstreift
Voll Unmut und Verdruss,
Nach Osten und nach Westen schweift,
Weil er dich lassen muss.
Mir ist es, denk' ich nur an dich,
Als in den Mond zu sehn;
Ein stiller Friede kommt auf mich,
Weiß nicht wie mir geschehn.
Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832
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