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Zusammentreffen
Nun können wir küssen und kosen,
Mein Liebchen, ganz ungesehn;
Ich sah die Nelken, die Rosen,
Schon lange schlafen gehn.
Du darfst den Blumen am Morgen
Getrost ins Antlitz schaun;
Der Mond, sei außer Sorgen,
Wird ihnen nichts anvertraun!
Adolf Schults 1820-1858
Lied
Wenn still mit seinen letzten Flammen
Der Abend in das Meer versank,
Dann wandeln traulich wir zusammen
Am Waldgestad im Buchengang.
Wir sehn den Mond durch Wolken steigen,
Wir hören fern die Nachtigall,
Wir athmen Düfte, doch wir schweigen -
Was soll der Worte leerer Schall?
Das höchste Glück hat keine Lieder,
Der Liebe Lust ist still und mild;
Ein Kuß, ein Blicken hin und wieder,
Und alle Sehnsucht ist gestillt.
Emanuel Geibel 1815-1884
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