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Um Mitternacht
Nun ruht und schlummert alles,
Von keinem Hauch gestört,
Kaum dass man leisen Schalles
Den Bach noch rieseln hört.
Der Mond mit vollem Scheine
Ruht breit auf jedem Dach;
In weiter Welt alleine
Bin ich zur Stund' noch wach.
Und alles, Lust und Schmerzen,
Bracht' ich in mir zur Ruh';
Nur Eins noch wacht im Herzen,
Nur Eins, und das bist du!
Und deines Bildes Friede
Folgt mir in Zeit und Raum:
Bei Tag wird er zum Liede
und Nachts wird er zum Traum.
Julius Rodenberg 1831-1914
Zur Nacht
Die Lichter brannten. Es blühten die schlanken,
Die prächtigen Blumen, von dir gesandt.
Und mächtig erwuchsen die zarten Ranken
Zu Bäumen in Schatten an der Wand.
Wie unter stolzen, geheiligten Palmen,
Die Hände gefaltet, die Augen zu,
Saß ich und sann auf rauschende Psalmen
Zu deinem Ruhm, Kind Gottes du!
Die Düfte der Blumen durft' ich borgen,
Den Frieden der Nacht für dies Gebet;
Um ihre wonnig klingenden Sorgen
Hab ich die Nachtigall gefleht.
So saß ich, bis der Morgen graute,
Bis mich der Schlummer süß beschlich --
Mein rauschender Psalm, -- die sieben Laute:
Von Herzen, mit Schmerzen lieb' ich dich!
Carl Beck 1817-1879
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