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Du klarer
Stern, der...
Du klarer Stern, der meine Nacht
Mit freud'gem Kuss hinweggelacht,
Wer je dich sah, vergisst dich nicht.
Wo gingst du hin, du schönes Licht?
Ich suche dich auf Berg und Höhn;
Denn ach! - Du warst so schön, so schön!
In deines Auges mildem Glanz
Verlor sich meine Seele ganz.
Und im Verlust ward mir erst klar,
Dass in mir Geist und Leben war.
Nun such ich mich in dir, mein Stern,
Doch ach! - Du bist so fern, so fern!
Adolf Böttger 1815-1870
Komm, o
Nacht! -
Komm, o Nacht! - und nimm mich hin,
Dass ich schlafend mich vergesse,
Länger nicht mit wachem Sinn
Meines Kummers Tiefen messe.
Schlafe, müdes, wundes Herz
Deine Klagen sind vergebens.
Schlaf ist Balsam deinem Schmerz,
Traum die Blüte meines Lebens.
Julius Sturm 1816-1896
Eine
Rose
Ist der Frühling über Nacht
Aus dem Land gegangen, ---
Einer Rose lichte Pracht
Seh ich ewig prangen.
Tausendschön und Veilchenkraut,
Dürft euch nicht bemühen,
Wenn mein Liebchen auf mich schaut,
Seh ich alles Blühen!
Hermann
Rollett 1819-1904
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