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Es hat die Nachtigall
Es hat die Nachtigall
Zu Tode sich gesungen
Von all dem Liederschall
Ist ihr das Herz zersprungen.
Es hat die glühende Kerze
Von innen sich verzehrt,
Und du, mein brennend Herze,
Du hast es so begehrt.
Luise von Plönnies 1803-1872
Nachtigall
Die Nachtigall schlug einst so laut
In meinen stillen Träumen,
Und was sie mir liebend anvertraut,
Ich sang es ohne Säumen.
Da sah ich am hellen lichten Tag
Den Himmel voller Sterne,
Da wandelt' ich selig durch den Hag
Und wanderte so gerne.
Die duftenden Blumen, der rauschende Wald
Erfrischten meine Seele,
Mit unwiderstehlich süßer Gewalt
Bezwang mich Philomele.
O Jugend, tauige Frühlingsnacht,
Wie hold bist du vergangen!
Was träufelt nun so sacht, so sacht
herab auf meine Wangen?
O Nachtigall in meiner Brust,
Was weinst du nu so leise?
Du störest ja die blühend e Lust
der Knospen ringsim Kreise.
Eugen Obermayer 1820-1897
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