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Erinnerung
Lachend war mein Leben,
Schön der Liebestraum,
Den der Jüngling träumte
An des Abgrunds Saum.
Früh am Tag von oben
Mit dem Sonnenschein
Floss die Lust der Lieder
In mein Herz hinein.
Wie ein Hauch verwehte
Plötzlich Glanz und Klang!
Nacht ist angebrochen,
Doch mir wird nicht bang.
Süßes Glück der Liebe,
Du entflohst mir nicht:
Hinter Wolken glühet
Wandelloses Licht.
Wilhelm Buchholz 1836-1904
Eigentum
O denk nicht, dass ich traurig bin,
Da du nun fern mir bist,
Kaum weiß ich selbst, wie Herz und Sinn
So still und ruhig ist.
Wie du gewesen und gelebt,
So freudig, hell und mild,
Hab ich mir leise, still gewebt
Ein eigen liebes Bild.
Und dessen darf ich nun mich freun,
Wohl ohne Neid unf Reu',
Denn es gehört mir ganz allein
Und bleibt mir ewig treu.
Trifft mich ein fremdes Aug' voll Schmerz,
Das suchend dich vermisst,
So schließ ich fester gleich mein Herz,
Weil drin dein Bildchen ist.
August Schumacher 1790-1864
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