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Der Liebsten Lied
Ein goldnes Ringlein gabst du mir,
Das hat so hellen Schein,
Und sagt der Welt, daß nur bei dir
Soll meine Heimat sein.
Und wenn ich weinend lassen muß,
Was mir das Liebste war,
Wird doch nach bangem Abschiedsgruß
Mein Auge wieder klar,
Und ruht auf dir und spricht zu dir:
Herzliebster, du allein
Sollst Vater nun und Mutter mir
Und Freund und Bruder sein;
An deiner Seite will ich gehn,
Mein Führer und mein Stab,
Und wo am Wege Blumen stehn,
Pflück' ich dem Freund sie ab;
Und liegen Dornen dir im Weg,
Räum' ich sie weg für dich,
Und wandern wir auf schwankem Steg,
Dann, Liebster, hältst du mich.
Ein goldnes Ringlein gabst du mir,
Das hat so hellen Schein,
Und sagt der Welt, daß nur bei dir
Soll meine Heimat sein.
Willkommne
Ruhe
Das Meer ist still, die Stürme schlafen,
Der Himmel ist so sternenklar;
Am Anker ruht im sichern Hafen
Das Schiff geborgen vor Gefahr.
So laß auch mich nach Kampf und Schmerzen
An deiner Brust vor Anker gehn,
Und blick' ich auf von deinem Herzen,
Den Himmel dir im Auge sehn.
Julius Sturm (1816-1896)
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