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Liebe und Gegenliebe
So wahr die Sonne scheinet,
So wahr die Wolke weinet,
So wahr die Flamme sprüht,
So wahr der Frühling blüht;
So wahr hab ich empfunden,
Wie ich dich halt umwunden:
Du liebst mich, wie ich dich,
Dich lieb ich, wie du mich.
Die Sonne mag verscheinen,
Die Wolke nicht mehr weinen,
Die Flamme mag versprühn,
Der Frühling nicht mehr blühn!
Wir wollen und umwinden
Und immer so empfinden:
Du liebst mich, wie ich dich,
Dich lieb ich, wie du mich.
Friedrich Rückert 1788-1866
Ich will von
dir, was keine Zeit...
Ich will von dir, was keine Zeit zerstöret,
Nur Schönheit, die das Herz verleiht;
Ich will von dir, was nie der Welt gehöret,
Die engelreiche Kindlichkeit.
Das sind des Herzens allerbeste Gaben,
Das ist des Lebens schönste Zier.
Hat dich die Welt, so kann ich dich nicht haben,
Lebst du der Welt, so stirbst du mir.
Hoffmann von Fallersleben 1798-1874
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